Reisebeschreibung:
Polen Elche und Wisente

Der Biebrza-Nationalpark

Die Flüsse Biebrza und Narew bilden das größte, naturnahe Flusssystem Europas. Mit 60.000 ha ist der Biebrza-Nationalpark der größte Nationalpark Polens. Besonders im Frühjahr, wenn eine schier unüberschaubare Fläche von den Flüssen überflutet wird, sind die Sumpfgebiete ein einziges Vogelparadies. Weiss- und Schwarzstörche, Blau- und Braunkehlchen, Karmingimpel, Silberreiher und Goldammer – alle Farben sind vertreten. Ganze 269 Vogelarten kommen hier vor, darunter 178 Brutvogelarten. Die seltensten von Ihnen sind Pfeiff-, Spiess- und Krickente sowie Zwerg-, Schell- und Steinadler. Im Frühling und Herbst rasten hier Zehntausende von Zugvögel. Der Biebrza-Nationalpark ist auch eines der schmetterlingsreichsten Gebiete Polens. Mit etwas Glück kann man einen selten gewordenen Schwarzen Apollo durch die Lüfte schweben sehen. Die Sümpfe an der Biebrza sind der größte polnische Zufluchtsort der Elche. Insgesamt leben hier noch etwa 700 prachtvolle Exemplare. Weiterhin mangelt es nicht an Bibern (der Flussname Biebrza stammt vom „Biber“), Hirschen, Wildschweinen und Flussottern. In den Sümpfen leben auch Wölfe, Marder, Marderhunde, Wiesel und Iltisse. Ihr Reiseleiter ist ein begeisterter Ornithologe und besonders guter Kenner der Vogelwelt Nordostpolens. Als echter Vogelfreund unterstützt er seit 1993 die einheimische Naturschutzorganisation PTOP (Nordpodlassischer Bund für Vogelschutz). Zusammen mit Euronatur konnte der PTOP bereits 1.500 Hektar wertvolle Sumpflandschaft unter Schutz stellen.



Der Bialowieza-Nationalpark

Der Wald von Bialowieza ist der letzte natürliche Urwald in Mitteleuropa. Er ist durch die Grenze zu Weißrussland in etwa zwei gleich große Gebiete geteilt. Der polnische Teil ist 625 km 2 groß, davon sind 105 km 2 als Nationalpark ausgewiesen. Seine Biodiversität ist einzigartig. Die Flora ist mit 96 Baum- und Straucharten, 308 Moosarten sowie mehr als 3.000 Pilzarten sehr beeindruckend. Bisher sind im Urwald 11.559 Tierarten gezählt worden, darunter 9.284 Insektenarten. Rund 250 Brutvogelarten wurden nachgewiesen, u.a. 14 Greifvögel- 8 Eulen- und 8 Spechtarten. Zu den ornithologischen Raritäten gehören die See-, Schrei- und Schlangenadler, der Sperlings- und Rauhfußkauz, Uhu, Schwarzstorch sowie Halsband- und Zwergschnäpper. Weiterhin leben hier ganze 58 Säugetierarten, u.a. Elch, Wolf, Luchs, Rothirsch, Biber, Fischotter, Waldmarder, Haselmaus und Siebenschläfer. Doch weltberühmt ist der Nationalpark durch seine Wisente, dem größten Säugetier Europas. 1979 ist der Bialowieza Nationalpark von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt worden. In den letzten Jahren wurden Gebiete um den Urwald herum stark trockengelegt. Dadurch ist der Grundwasserspiegel um mehr als einen Meter gesunken.

Die Wisente

Die Flachlandwisente sind die letzten überlebenden Bisons Europas. Mit einer Rumpflänge von bis zu 3,50 m und einem Gewicht von bis zu 1.000 kg sind sie die größten Landsäugetiere des Kontinents. Im Bialowieza-Urwald leben noch ca. 400 Wisente in freier Wildbahn. Sie sind am ehesten außerhalb des Nationalparks anzutreffen. Im Winter zwischen November und März sind sie leichter zu entdecken, da die Bäume keine Blätter tragen. Es ist ein kleines Wunder, dass sie wieder wild umherstreifen, denn 1921 ist der letzte freie Wisent gewildert worden. Nur durch Nachzuchten der in Tierparks verbliebenen Zootiere konnte die Art erhalten bleiben. 1957 war es endlich soweit: 23 dieser urzeitlichen Wesen wurden wieder ausgewildert!

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